Geschirr für Rittermahl oder ein Mittelalterliches Bankett

Da mein großer Holzbrennofen sehr unregelmäßig und auch mal in größeren Abständen gebrannt wird, nenne ich hier einen weiteren vorläufigen Brenntermin. Nein, ich wünsche beim Brennen eigentlich keine Besucher, aber die Annahme für Bestellungen größeren Umfangs oder Sonderanfertigungen sollten spätestens bis Januar 2018 geklärt sein. Das gilt für alle im Holzbrennofen gebrannten Steinzeugartikel, wie Mittelaltergeschirr, Steinzeug-Teekeramik, Steinzeug-Brottöpfe, Biertrinkgefäße u.ä.
 

 

1986 entwickelte ich für einige gastronomische Betriebe, für deren Mittelalterliches Bankett das Geschirr für das Rittermahl / Mittelaltergeschirr. Es entstand eine Geschirrserie mit formeller Anlehnung an frühmittelalterliche Keramik.

Anhand von Scherbenfunden, die um einen historischen Brennofen ausgegraben wurden, ließ ich mich von mittelalterliche Handwerkskunst inspirierten und passte dieses den heutigen Bedürfnissen an, ohne jedoch die ursprünglichen Eigenschaften und Verwendungszwecke aus dem Auge zu verlieren. So entstanden Vierpaßbecher, Trinkgefäße vom Schnapsbecher bis Bierhumpen und Krüge und vieles andere mehr. Diese sind hier zusammen gefasst als Trinkgefäße, sowie das Tafelgeschirr wie Teller, Schalen, Schüsselchen und Schüsseln, Salznäpfchen, Methhornhalter, Kerzenhalter, Aschenbecher und Kochgeschirr.

Dekorative Elemente meiner Gefäße für das Mittelalter- und Lagerleben sind umlaufend gekniffene Bandmuster an Füßen und Rändern und andere Details des lebendigen mittelalterlichen Töpferhandwerks. Nur leicht angedeutete Grübchen an den Trinkgefäßwänden, welche die greifende Hand des Durstigen schnell entdeckt, sowie die deutlichen Stempelauflagen für meine Werkstatt und der jeweiligen Lokale, für die ich dieses Geschirr produziere. Anmutende Mittelalterdeko auf jedem einzelnen Stück.

 Mittelalter Trinkhorn HalterIm Vergleich zur historischen Keramik des Mittelalters musste ein Kompromiss bei der Brenntemperatur gefunden werden. Hochgefeuertes Steinzeug von hoher Qualität war die Voraussetzung für den harten Einsatz in der Gastronomie, des Ritter-Lagerlebens und den hohen Anforderungen der Gewerbeaufsicht.

Doch der Steinzeugbrand im Holzbrennofen hatte auch andere wesentliche Vorteile. Auf dem unglasierten Rohling hinterläßt der ca. 20-stündige Brand bei 1300 º C im Holzbrennofen den Charakter von Reduktionsbrand und Effekte der Holzascheanflug-Glasur, sowie den zusätzlichen mäßigen Einfluß von Salzglasur.


Mit den Flammen im Holzbrennofen fliegt in dem ca. 20-stündigen Brand bis 1300 ° C reichlich Holzasche (Funken) direkt an die Töpferware. Diese angeflogene Asche schmilzt bei ca. 1250 -1300 ° C zu einer Glasur aus. Zusätzlich fördert die Zugabe von Kochsalz über Näpfchen zwischen dem Brenngut diesen Prozeß und entwickelt einen mäßigen Anflug von Salzglasur während des Brandes.

Begeisterte von Mittelaltermarkt und Mittelalter-Event oder Veranstalter von größeren oder kleineren privaten Mittelalter-Treffen finden hier eine große Auswahl an historisch anmutendem Geschirr. Und für all jene, die eine Gänsehaut bekommen, wenn sie unglasiertes Geschirr nur sehen oder gar an den Mund nehmen möchten, fertige ich auch alle Gefäße in teils glasierter Variante (Lippe glasiert).

In regem Austausch mit meinen Kunden entstanden oftmals  neue Gefäßformen nach historischen Vorlagen. Vor Jahren entstand so auch ein niedrig gebrannter feuerfester Wasserkochtopf als Dreifußtopf mit Deckel für das mittelalterliche Lagerleben.

Der Wasserkochtopf ist auf Holzglut oder mit „kleinem Holzfeuer“ gut geeignet. Eine mäßige Anwärm- und Abkühlphase ist immer angeraten. Mit geschnitzten Astgabeln wird das heiße Gefäß an den Henkelohren, sowie der Deckel am Feuer bewegt.